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Die Ölpreise an den Börsen bleiben weiterhin getrieben von den Schlagzeilen zum Nahostkonflikt. Sie widerspiegeln das wirtschaftliche Ausmass der Nahostkrise möglicherweise nur unvollständig.

So gab die Notierung zu Wochenbeginn deutlich nach, nachdem Medienberichte darauf hindeuteten, dass US-Präsident Trump den Krieg mit dem Iran bald beenden könnte, um die selbst gesetzte zeitliche Vorgabe von vier bis sechs Wochen nicht zu stark zu überschreiten.

Was mit der Strasse von Hormus passiert, wenn sich die USA aus dem Konflikt zurückgezogen haben, ist unklar. Der Iran könnte zwar die Durchfahrt durch die Meerenge nach Abzug der US-Streitkräfte für internationale Handelsschiffe wieder gewähren. Allerdings könnte die Islamische Republik dann Transitgebühren verlangen. Eine entsprechende Gesetzesvorlage wurde im iranischen Parlament bereits ausgearbeitet.

Und eine wirklich belastbare Zeitangabe bezüglich des Kriegsendes gibt es auch nicht und so müssen die Marktteilnehmer vorerst weiterhin die noch vorhandenen Einschränkungen einpreisen. Laut Analysten wird die Realität am physischen Markt in den aktuellen Preisniveaus nicht ausreichend widergespiegelt. Demnach stellen die 100 Dollar eine Art Zwischenzustand dar: zu hoch, um stabil zu sein, und zu niedrig, um das Ausmass dieser physischen Erschütterung abzubilden.

Immerhin könnte mit einem baldigen Ausstieg der USA aus dem Iran-Krieg möglicherweise noch grösserer Schaden abwenden, indem die Schifffahrt im Roten Meer und der Meerenge von Baab el-Mandeb nicht wieder unter Beschuss kommt. Diese ist besonders für Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate eine wichtige Alternative zur Route über die Strasse von Hormus. Sollte diese auch noch unbefahrbar werden, würde das Angebot aus dem Nahen Osten noch stärker abnehmen und die Preise einen weiteren Schub erhalten.

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