OPEC+ Deal um einen Monat verlängert.

Die Länder der OPEC+ Gemeinschaft haben sich auf eine Verlängerung der bestehenden Produktionskürzungen um einen Monat geeinigt, bevor man mit der schrittweisen Rückführung der Quote von 9,7 auf 7,7 Mio. B/T beginnt. Allerdings hat sich Mexiko aus dem Pakt verabschiedet, sodass die Quote nun bei 9,6 Mio. B/T liegt.

Der Deal sieht zudem vor, dass Länder, wie Irak, Nigeria, Angola und Kasachstan, die sich im Mai nicht an die Quote gehalten hatten, dies nachholen müssen. Was man im Mai und Juni zu viel produziert hatte, wird man von Juli bis September vom Markt nehmen.

Die Einigung der OPEC+ kommt nicht überraschend. Der Deal wurde im Grunde so erwartet und mit den Preissteigerungen der letzten Woche auch eingepreist. Hingegen dürfte nach der Verabschiedung Mexikos aus dem Deal die Produktionskürzung um 0,1 Mio. B/T geringer ausfallen. Hinzu kommt die Produktionssteigerung in Libyen, wo die Förderung mit dem Restart am Sharara-Ölfeld um 0,3 Mio. B/T steigen kann.

Letztlich ist die mögliche Mehrproduktion verglichen mit dem Umfang der Kürzungen allerdings vernachlässigbar, wobei gerade die Produktionssteigerung Libyens nicht unbedingt als dauerhaft angesehen werden kann. "Der Markt hat die einmonatige Verlängerung größtenteils eingepreist", so Analyst Bjørnar Tonhaugen von  Rystad Energy. Er sieht nur noch geringes Aufwärtspotenzial für die Ölpreise, sollte die OPEC+ Gruppe nicht noch "zusätzliche Karten im Ärmel haben". Es sei zu "erwarten, dass die Preise ab Montag fest bleiben und das Level von über 40 Dollar halten", so sein Fazit.

Im Zuge der Verlängerung der Produktionskürzungen hatte auch Saudi Aramco ihre Referenzpreise deutlich angehoben. Für Asien wurde der Preis für Arab Light sogar um 6,10 Dollar auf einen Schlag so stark wie noch nie in 20 Jahren angehoben. Statt eines Abschlags von -5,90 Dollar zur Referenzsorte Oman/Dubai ist für Lieferungen im Juli nun einen Aufschlag von +0,20 Dollar pro Barrel fällig. Kritik an der Massnahme kommt von Raffinerien aus Europa und Asien, die angeben, dass dies ihre Marge massiv sinken.

Quellmaterial: Futures-Services Mineralöldienst

08.06.2020

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