OPEC+ steigert Produktion um über 2 Mio. B/T.

Nachdem die Katze nun endlich aus dem Sack ist und die OPEC+ Gruppe ihre Produktion ab Mai anheben wird, reagierten die Ölbörsen positiv auf die Nachricht. Viele Marktteilnehmer gingen davon aus, dass das Kartell keine grösseren Lockerungen bekannt geben wird. 

Nun wird die Produktion um 2,15 Mio. B/T angehoben, jedoch über mehrere Monate verteilt. Investoren haben die Massnahme der OPEC+ offenbar als Signal der Zuversicht in eine zunehmende Ölnachfrage interpretiert, sagt Analyst Warren Patterson von der ING etwas überrascht. Unter dem Strich werden im Mai insgesamt 600 000 B/T zusätzlich auf den Markt kommen, wobei 350 000 B/T aus dem OPEC+ Produktionsabkommen stammen und weitere 250 000 B/T aus den zusätzlichen freiwilligen Kürzungen der Saudis.

Im Juni wird die Förderung nochmals um insgesamt 700 000 B/T und um Juli um 850 000 B/T steigen. «Während die Produktion einen Monat früher als erwartet steigt, sind die Zuwächse im Juni und Juli geringer als angenommen», begründet Analyst Damien Courvalin von Goldman Sachs den Beschluss der OPEC+. Man erwarte generell eine stärkere Erholung der Ölnachfrage als OPEC und IEA und prognostiziert daher «eine Normalisierung der Lagerbestände bis zum Herbst» sowie insgesamt eine Fortsetzung des Aufwärtstrends, der in den vergangenen Wochen ins Stocken geriet.

Bei Capital Economics sieht man die Entscheidung der Produzentengruppe generell als «vorsichtig» und geht davon aus, dass der «weltweite Ölmarkt weiterhin ein [Angebotsdefizit] aufweisen wird, da Lockdowns, insbesondere in den USA, gelockert werden und die Nachfrage anschieben sollten». Auch bei Wood Mackenzie sieht man die Massnahmen der OPEC+ positiv. Die Nachfrage sollte anziehen und zu Bestandsabbauten führen. Für die USA sagt man eine «starke Erholung der Ölnachfrage zum dritten Quartal» voraus, während man für die globale Ölnachfrage in 2021 einen Anstieg von insgesamt 6,2 Mio. B/T prognostiziert.

Der Tenor am Markt ist damit zusammenfassend, dass man weiter mit einer Erholung der Ölnachfrage rechnet. Für Probleme könnten allerdings die EU und auch Indien sorgen, wo die Infektionszahlen in den vergangenen Tagen und Wochen rasant zunehmen und neue Lockdowns drohen. Zunächst zeigen sich die Händler nach dem langen Osterwochenende zurückhaltend und agieren noch abwartend.

Quellmaterial: Futures-Services Mineralöldienst

6.4.2021

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