Die Eskalation des Konflikts am Persischen Golf hat einen Zusammenbruch der regionalen Öllieferungen verursacht. Laut der Fachzeitschrift Petroleum Economist meldeten die meisten Förderländer der Region im März einen starken Produktionsrückgang im Vergleich zum Februar. Produzenten ausserhalb der Region konnten ihre Fördermengen weitgehend aufrechterhalten oder steigern.
Nach dem Scheitern der Verhandlungen am Wochenende eskaliert die Lage in der Strasse von Hormus erneut und schickt die Ölpreise zum Start in die neue Woche wieder über 100 Dollar. Die USA planen nun ihrerseits eine Sperrung der Meerenge und wollen die iranischen Häfen entlang der Wasserstrasse blockieren, um die iranischen Ölexporte zu unterbrechen.
In dieser Folge von Powerstories geht Avenergy Suisse der Frage nach, wie sich der Benzinpreis an der Zapfsäule zusammensetzt und warum er so stark schwankt. Am Beispiel einer Tankstelle in Suhr wird gezeigt, dass sich der Preis grob in drei Teile gliedert: Einkauf und Transport, staatliche Abgaben sowie Vertrieb und Verkauf. Dabei wird deutlich, dass internationale Handelsplätze wie Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen eine zentrale Rolle spielen – sie sind preisbestimmend für die Schweiz. Auch Faktoren wie der Dollar-Franken-Wechselkurs oder Transportkosten beeinflussen die Preise direkt.
Einen grossen Anteil machen zudem die staatlichen Abgaben aus: Rund die Hälfte des Benzinpreises fliesst in Form von Mineralölsteuer und Mehrwertsteuer an den Staat. Der verbleibende Anteil deckt Kosten für Logistik, Infrastruktur und Betrieb der Tankstellen. Die Folge zeigt anschaulich, dass der Preis an der Zapfsäule das Ergebnis eines komplexen Zusammenspiels globaler Märkte, politischer Rahmenbedingungen und lokaler Wettbewerbsfaktoren ist.