Unsicherheit über die Dauer der Covid-Lockdowns in China auf der einen Seite, der Auftakt der US-Fahrsaison auf der anderen: Prognosen zur weltweiten Erdölnachfrage bleiben angesichts der gegenläufigen Trends schwierig. Am Markt wartet man außerdem weiterhin auf eine Einigung der EU-Länder hinsichtlich des diskutierten Embargos gegen russisches Öl.
Die OPEC+ hat vergangene Woche keine stärkeren Produktionssteigerungen beschlossen. Zudem herrscht Unsicherheit über die Auswirkungen des nahenden Embargos der EU gegen russische Öl- und Ölproduktlieferungen. Das EU-Verbot für russisches Öl ist möglicherweise noch nicht vollständig eingepreist. Eine endgültige Entscheidung über den EU-Kommissionsvorschlag wird Mitte Mai erwartet. Alle 27 Mitgliedsstaaten müssen diesem zustimmen.
Nachdem Russland vergangene Woche seine Erdgaslieferungen nach Polen und Bulgarien aussetzte, droht Moskau nun auch damit, weiteren Ländern den Gashahn abzudrehen, sollten sie ihre Lieferungen nicht in Rubel bezahlen. Bundesfinanzminister Christian Lindner beschwichtigte umgehend die Sorgen hinsichtlich potenzieller Ausfälle bei Lieferungen nach Deutschland. «Es gibt keine Anzeichen, dass es von russischer Seite zu einem Lieferstopp kommt», so Lindner.